Kids drehen eigene Video-Clips
Workshop im Bexbacher Jugendhaus – Jugendliche stehen im Mittelpunkt der Filme
Jugendliche im Bexbacher Jugendhaus haben kleine Kunstwerke geschaffen: Während eines Workshops haben rund 20 Kids Video-Clips selbst gedreht. Die Mini-Spielbergs betrachteten sich das Filmmaterial am PC und schnitten das Rohmaterial auf kurze Sequenzen zusammen.
Von merkur-Mitarbeiter
THORSTEN Wolf
Bexbach. Video ist „in“ bei den Jugendlichen, egal ob's der selbst gedrehte Clip mit dem Handy oder das neueste Musikstückchen auf MTV oder Viva ist. Irgendwo zwischen diesen beiden Eckpunkten einer neuen Jugendkultur bewegten sich drei Drehtage lang fast 20 Jugendliche im Bexbacher Jugendhaus. Für die nächste Party des saarländischen Teen-Senders Unser Ding drehten die Kids unter Anleitung des Medieninformatikers Michael Fuchs eigene, kleine Kunstwerke. Initiatorin Susanne Schorr, die Leiterin des Jugendhauses, gab ihren Schützlingen nur grobe Vorgaben, der Rest war eigene Kreativität.
„Die Clips sollten sich um Bexbach und die Jugendlichen selbst drehen.“ Drei Tage lang filmten die Mini-Spielbergs, betrachteten sich das Filmmaterial am PC und schnitten das Rohmaterial auf kurze Sequenzen zusammen. Für Workshopleiter Michael Fuchs steht fachliche Tiefe bei dieser Form des Kurses an zweiter Stelle. „Es geht darum, das ganze Thema jugendgerecht zu präsentieren. Es muss abwechslungsreich und spannend bleiben.“ Seine Hilfsmittel dabei: selber machen lassen, zum Experimentieren anregen und die Messlatte nicht zu hoch hängen.
Insgesamt sechs Videoclips haben die Jungen und Mädchen in den drei Tagen fertig gestellt, alle in der Länge zwischen einer und zwei Minuten. Der Dreh war für Caroline Müller eine neue Erfahrung. „Wir haben einen Film mit Grimassenschneiden vor einem Spiegel und dem Verschlucken einer Billardkugel gedreht.“ Hört sich gewagt an, sieht aber gut aus. Caroline findet es ein wenig seltsam, selber vor der Kamera zu stehen. „Es ist schon komisch, mich auf dem Video zu sehen, gerade in der Szene mit dem Spiegel.“
Wichtiger Hintergrund des Workshops ist auch die Absicht, den Jugendlichen mehr Medienkompetenz zu vermitteln. Michael Fuchs: „In einer Szene eines Clips lassen wir beim Billard ein kleines Mädchen gegen einen großen Jugendlichen antreten. Das Ganze haben wir dann so geschnitten, dass das Mädchen am Ende gewinnt. Es war für die Kids überraschend, wie man so die Realität verändern kann.“ Das hat Eindruck hinterlassen, Caroline zeigt sich nun weniger bereit, alles zu glauben, was sie sieht. Der Workshop selbst könnte für Susanne Schorr ein Anfang für ein längerfristiges Engagement sein. „Wenn sich da eine feste Gruppe von Jugendlichen findet, würde ich das Angebot für Videosdrehs schon aufrechterhalten. Dann aber, mit einem umfangreicheren Programm.“
Bildunterschrift
Annica Kunz, Jasmin Koppel und Caroline Müller (von vorne nach hinten) beim Schnitt eines Videos am PC. Foto: Thorsten Wolf